Kieferbuch eines HundesKieferchirurgie

Kieferfrakturen können nach Einwirkung von Gewallt wie stumpfen Traumen bei Autounfällen, Stürzen oder Beißereien vorkommen. Auch Unfälle im Haushalt können - vor allen bei Zwergrassen - zu Frakturen des Unterkiefers führen. Zum Beispiel hat eine Tierhalterin beim Wippen mit dem Schaukelstuhl den Unterkiefer ihres Maltesers gebrochen, weil versehentlich die Kufe des Stuhls gegen den Ast des Unterkiefers geschlagen ist.

Die Rekonstruktion des Kiefers mit Erhalt der Kaufunktion ist wichtig, da sonst das Haustier nicht in der Lage ist, Nahrung aufzunehmen. Um die Funktion zu erhalten, muss der korrekte Kieferschluss gewährleistet werden. Es können Knochenplatten und Schrauben zur Stabilisierung der Knochenfragmente eingesetzt werden. Drähte und Haltestangen sind die kostengünstige Ausführung und haben in manchen Situationen deutliche Vorteile gegenüber der Platten- und Schrauben-Variante. Auf jeden Fall muss individuell gründlich abgewogen werden, welche die besten Behandlungsmöglichkeit für das verunfallte Tier ist.

Für einige Patienten kommen auch Materialien aus der Zahnmedizin zum Einsatz. So können die Kieferknochen im Mund geschient werden, ohne dass ein lästiger Apparat außen am Maul stört und das Tier beeinträchtigt.

Nicht nur Frakturen fallen in diesen Bereich der Chirurgie, sondern auch die Beseitigung von Knochensequestern und Zahnresten, die zu eitrigen, entzündlichen Prozessen im Kiefer führen können.

Besonders unschöne Verletzungen des Kieferknochens werden durch Schussverletzungen ausgelöst. Das ursächliche Problem ist, dass durch die Kugel Knochenmaterial verlorengeht. Als Komplikationen können Infektionen des Knochens folgen.